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Slow Food Village Retz

Die Stadt Retz im Weinviertel ist mit einem der schönsten und größten Marktplätze in Österreich und dem Erlebniskeller, einem 20 km langen Labyrinth aus Röhren und Stollen, einzigartig. Seit diesem Jahr ist Retz auch das erste „Slow Food Village“ in Niederösterreich. Die Stadt liegt eingebettet in sanfte Hügel, Weingärten und Äcker. Rund um Retz gedeihen seit Jahrhunderten Trauben, Korn, Obst und Gemüse. Das Wahrzeichen ist nicht, wie viele vermuten, der Wein, sondern eine der beiden letzten betriebsfähigen Windmühlen in Österreich. Für Kinder und Erwachsene werden eigene Brotbackkurse in der Mühle angeboten.

 

Das Ziel von Slow Food Retz ist es, das Bewusstsein für frische und regionale Lebensmittel bei Produzent*innen und Konsument*innen zu stärken. Folgende Bestrebungen sind geplant, um Retz weiterzuentwickeln:

 

  • eine größere Auswahl an gut, sauber und fair produzierten Lebensmitteln im Handel und auf dem Genussmarkt im Retzer Land

 

  • Veranstaltungen mit Köch*innen und Gastwirt*innen

 

  • Aktivitäten in Kindergarten und Schulen, um die Herstellung von Lebensmitteln erlebbar zu machen

 

  • Verkostungen und Workshops gemeinsam mit Produzent*innen von guten, sauberen und fairen Lebensmitteln

 

So fand im November in der Hölzelmühle bei Manfred Hauser die Veranstaltung „Die Seele der Kirsche – Schaudestillation und Verkostung“ statt. Neben einem Vortrag über das Destillieren und einer Besichtigung der Anlage wurden die im benachbarten Schrattenthal gepflückten Kirschen in flüssiger Form verkostet.

Manfred destilliert ausschließlich in kleinen Chargen im „pot still“ Verfahren. Unter diesem Fachbegriff wird eine mehrfache Gleichstromdestillation mit einer Kupferblase verstanden.

 

Die Hölzelmühle selbst wurde Anfang des 17. Jahrhunderts erbaut, ist 1890 abgebrannt und wurde 1894 als Sommerfrische und Waldwirtshaus wieder aufgebaut, bevor sie in einen langen Dornröschenschlaf gefallen ist. Die Raumplanerin, Künstlerin und Songwriterin von der LIDA Band

Doris Hauser und der Land- und Forstwirt Manfred Hauser setzen seit 2016 alles daran, die Hölzelmühle gemäß ihrem ursprünglichen Zweck wiederzubeleben, und es entstand die etwas andere Mühle in Retz.

 

Die Mühle ist ein Ort der Begegnung, des künstlerischen Ausdrucks, aber auch ein

Ort zum Arbeiten und Leben!

Mein Tipp – Der Retzer Genussmarkt:

Hochwertige Nahrungs- und Genussmittel direkt von regionalen Produzenten am historischen Hauptplatz! Diese Zutaten sind das Erfolgsrezept des Genussmarktes in Retz. Der Markt erfreut sich bei den Retzer*innen selbst, wie auch bei Besucher*innen großer Beliebtheit. Deshalb wurde beschlossen, den Markt auch in den Wintermonaten fortzuführen. Der Markt ist jeden Samstag von 9:00 bis 14:00 eine Bereicherung und Wiederbelebung des Ortszentrums.

Am Retzer Hauptplatz befindet sich außerdem die Vinothek Weinquartier. Verkosten Sie ausgezeichnete Bio-Weine vom Weingut fidesser oder Weingut Gessl.

Raderlebnisse im Retzer Land:

In Retz haben die Radwege klingende Namen wie Chardonnay-Radweg (ein 45 km langer Radweg, der Retzbach mit dem Pulkautal verbindet) oder „Die Weintour mit Einsichten – Weinviertel DAC Radtour. Letztgenannter ist ein knapp 55 km lang Radweg, der von Retz über Pulkau nach Platt und Zellerndorf führt. Machen Sie beim Rückweg eine Pause in der romantischen Pillersdorfer Öhlberg-Kellergasse. E-Bikes und Fahrräder gibt es zum Ausborgen (Online-Reservierung ist möglich). Für nähere Infos, hier entlang.

Mein Nächtigungstipp bei Retz:

OBENauf 

In enger Zusammenarbeit mit der Caritas Wien und Architekturstudenten und -studentinnen der Technischen Universität entstand der Beherbergungsbetrieb OBENauf.

Barrierefreie Zimmer mit modernem Design in Unternalb bei Retz erwarten Sie. 

Menschen mit Behinderung freuen sich darauf, Sie an der Rezeption oder beim Frühstücksbuffet willkommen zu heißen.

OBENauf ist direkter Nachbar von dem seit 1984 bewirtschafteten biologischen Bauernhof Unternalb. In der Tagesstätte im Bauernhof Unternalb, ebenfalls betrieben von der Caritas, gibt es neun Werkstätten. Hier arbeiten rund 65 Frauen und Männer mit Beeinträchtigungen.

Ich persönlich empfinde dieses Konzept als eine in allen Dimensionen nachhaltige Bereicherung!

Anreise:

Retz ist ab Wien Hauptbahnhof direkt in 1 ½ Stunden stressfrei erreichbar.

Dieser Artikel ist in meinen Dezember Reise-Inspirationen erschienen.