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Die Parenzana –

Auf den Spuren einer historischen Bahntrasse

 

Auf rund 123 Kilometern herrschte von 1902 bis 1935 reger Bahnverkehr zwischen Triest und Poreč. Auf der „Ferrovia Trieste‑Parenzo‑Canfanaro“, kurz TPC oder Parenzana wurden nicht nur Reisende transportiert, sondern auch Wein und Olivenöl aus den Hügeln von Buje und Motovun, Salz aus den Salinen von Piran und Sečovlje sowie Kohle, Holz und andere Güter.

 

Wirtschaftliche Schwierigkeiten und die zunehmende Konkurrenz durch Straßenverkehr führten jedoch dazu, dass die Strecke bereits 1935 wieder stillgelegt wurde. Danach fiel die Bahn in einen Dornröschenschlaf: Teile der Schienen wurden unter Mussolini nach Äthiopien verschifft, um eingeschmolzen zu werden und Kanonen daraus zu machen. Bedauerlicherweise ging das Schiff unter, und so ruht ein Teil der Parenzana noch heute auf dem Grund des Mittelmeers.

 

Erst Anfang der 2000er Jahre wurde die Strecke wieder zum Leben erweckt. Diesmal als grenzüberschreitender Rad- und Wanderweg, der unter dem Namen „Gesundheits- und Freundschaftsweg“ bekannt ist. Die historische Strecke beeindruckt mit neun Tunneln, elf Brücken und sechs Viadukten, die das hügelige Istrien überwinden und spektakuläre Ausblicke auf die Landschaft und das Meer bieten.

 

Für meinen Mann und mich wurde die Parenzana zu einer zweiten Hochzeitsreise, da es unser erster Urlaub ohne Kinder seit 21 Jahren war. Wir radelten im Slow-Modus und mit frühlingshaftem Wind im Rücken in einer knappen Woche von Koper nach Poreč und genossen die kleinen Ortschaften, die Geschichte, die Natur und natürlich das Meer mit den meist noch mit Schnee bedeckten Bergen im Hintergrund.

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Koper - Portoroz

Koper - Portorož

Da die Parenzana erst ab Koper so richtig schön wird, haben wir uns das Industriegebiet rund um Triest erspart und haben in Koper mit unserem Abenteuer gestartet.

Koper ist die größte Stadt an der slowenischen Adriaküste und ist das wirtschaftliche sowie maritime Zentrum Sloweniens. Mittelalterliche venezianische Paläste schmücken die Altstadt, während sich eine lebhafte Flaniermeile entlang der Strandpromenade schlängelt.

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Auch der Radweg von Koper nach Izola ist ein Highlight, da er direkt neben dem Meer verläuft und traumhafte Blicke auf die Friauler Dolomiten und darüber hinaus bis zu den Julischen Alpen bietet.

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Der Küstenort mag klein sein, doch er hat jede Menge Charme zu bieten. Schon beim Ankommen fällt uns der Hafen und die Altstadt ins Auge. Sie ist ein Labyrinth aus verwinkelten Gassen und Treppen, und die Kirche des Hl. Maurus befindet sich am höchsten Punkt. Wie mag Izola wohl ausgesehen haben, als in der Römerzeit Flüchtlinge aus Aquileia sich auf der Halbinsel niederließen und die Siedlung gründeten oder später, während der venezianischen Herrschaft?

Diesen Gedanken kann man in einem der vielen Cafés, Eisdielen und Restaurants nachgehen oder beim Spazieren im Park und an der Strandpromenade.

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Nach Izola verläuft die Parenzana wieder etwas ins Landesinnere.

 

Um in den Nachbarort Strunjan zu gelangen, fährt man durch den 214 Meter langen Šalet-Tunnel, und um nach Portorož zu kommen, durchquert man den 550 Meter langen Valeta-Tunnel, den längsten Tunnel der Parenzana.

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Unter diesem Link habe ich die Etappe von Muggia bis Portorož abgespeichert. Von Koper nach Portorož sind es rund 16 Kilometer.

Nature Trail von Strunjan

Der etwa 4,3 km² große Landschaftspark Strunjan  bezaubert mit bis zu 80 Meter hohen Flyschklippen, die vor rund 40 Millionen Jahren entstanden sind.

Strunjan Nature Trail
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Ich gönnte meinem Fahrrad eine Pause und folgte zu Fuß dem etwa fünf Kilometer langen Nature Trail.

Die Ausblicke auf die Berge, die Mondbucht und später auch nach Izola waren spektakulär. Unter den Olivenbäumen lag ein weißer Teppich aus Gänseblümchen, während die Salzpfannen in Brauntönen schimmerten. Seit über 700 Jahren wird hier auf traditionelle Weise Salz gewonnen.

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Am Fuß der Klippen liegt die einzige Meereslagune Sloweniens, die Lagune Stjuža. Sie ist ein wichtiges Rückzugsgebiet für Vögel.

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Die Wanderung habe ich unter folgendem Link abgespeichert.

 

 

Piran

Um eine Stadt wie aus dem Bilderbuch zu erleben, lohnt es sich, die Parenzana hinter sich zu lassen und Piran zu entdecken. Einst machte das Salz die Stadt reich, und der Komponist Giuseppe Tartini (1692–1770) zählt zu ihren berühmtesten Söhnen. So wurde auch der größte Platz nach ihm benannt. Ursprünglich war der Hauptplatz ein Binnenhafen, der 1894 zugeschüttet wurde, um mehr öffentlichen Raum zu schaffen.

Piran
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Die rund 4.000 Einwohner große Stadt bezaubert mit seinem denkmalgeschützten mittelalterlichen Stadtkern, imposanten Stadtmauern und einer Fülle an Museen und Galerien.

 

Hier können Besucher*innen alles über die Ursprünge der Stadt, ihre Seefahrtsgeschichte, den legendären Geiger Tartini und mehr über das Ökosystem des slowenischen Meeres erfahren.

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Wie viele Küstenstädte in Istrien ist auch Piran von venezianischer Architektur geprägt. Von der Stadtmauer und dem 46 Meter hohen Turm der Kathedrale des Hl. Georg, einer Nachbildung des Glockenturms von San Marco in Venedig, sieht man das historische Zentrum aus der Vogelperspektive.

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Ein weiterer spiritueller Höhepunkt ist das Minoritenkloster des Heiligen Franziskus von Assisi, das ursprünglich im gotischen Stil erbaut wurde. 

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Für mich war es besonders reizvoll, das Labyrinth aus engen Gassen und charmant verfallenen Häusern zu erkunden.

 

Dabei fiel mir die erstaunlich hohe Anzahl an Klimageräten auf, was ein kurioser, aber verständlicher Kontrast zur historischen Atmosphäre der Stadt ist.

Ganz an der Spitze der belebten Uferpromenade, welche von gemütlichen Lokalen gesäumt wird, liegt der Leuchtturm, der an eine kleine Kirche angrenzt. Über Jahrhunderte war das Kap ein wichtiger Orientierungspunkt für die Schifffahrt und Teil des Küstenschutzes der Stadt.

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Die rund 11 Kilometer lange Radtour ab/bis Portorož habe ich unter folgendem Link abgespeichert.

 

 

Portorož – Grožnjan

Mit diesem Abschnitt der Parenzana verabschieden wir uns von Slowenien und der Küste. Unser Weg führte uns über die Salinen von Sečovlje hinein ins kroatische Hinterland.

Portoroz - Groznjan
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Blick auf Portorož mit den alten Salzlagerhallen

Die Salinen sind ein weitläufiges Mosaik aus Wasserbecken, Dämmen und Salzflächen. Sie sind nicht nur ein kulturelles Erbe, sondern auch ökologisch wertvoll. Als bedeutendes Zuggebiet und Winterquartier bieten sie über 300 Vogelarten einen wichtigen Lebensraum.

Zwischen den Salinenbecken stehen die Überreste alter Salinenhäuser, die von der langen Tradition der Salzgewinnung erzählen. Diese erfolgt noch immer nach jahrhundertealten Methoden: Über Monate hinweg verdunstet das Meerwasser in flachen Becken, bis sich schließlich die begehrten Salzkristalle bilden. Besonders spannend ist dieser Prozess in den Sommermonaten, wenn die Kristallisation ihren Höhepunkt erreicht.

Wer tiefer in die Geschichte eintauchen möchte, sollte dem Salinenmuseum einen Besuch abstatten.

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Hinter der Grenze wurde der Untergrund rauer und der Weg einsamer. Von hier bis kurz vor Poreč ist die Parenzana kein asphaltierter Radweg mehr, sondern eine Schotterstraße, deren Beschaffenheit von fein verdichtetem Schotter bis hin zu grobem Bahnschotter reicht.

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Der Weg führte stets leicht bergauf, und Buje war die erste Stadt auf unserer Strecke. Die sogenannte „Wächterstadt“ liegt malerisch auf einem Hügel, umgeben von Olivenbäumen, Weingärten sowie Eichen-, Zedern- und Kiefernwäldern.

 

An klaren Tagen reicht der Ausblick vom Kirchturm bis zur Adria und zu den Alpen. 

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Auf unserem Weg nach Grožnjan kamen wir an der ehemaligen Bahnhaltestelle Triban vorbei.  

Heute erinnert eine kleine Plattform mit Raststation an die Zeit, als von hier aus Wein, Trauben und Früchte in Richtung der Häfen von Triest und Poreč transportiert wurden. Neben einem einfachen Wartebereich gab es einst ein Lager sowie eine Rampe, über die Waren verladen wurden.

Mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs veränderte sich die Nutzung der Strecke grundlegend. Der Personenverkehr ging stark zurück, da die Parenzana vor allem für den Transport von Soldaten und Material zur Versorgung der Militärbasen genutzt wurde. Personenzüge verkehrten unregelmäßig und oft warteten Reisende stundenlang am Bahnhof, ohne zu wissen, ob und wann ein Zug eintreffen würde.

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Die Strecke von Triban nach Grožnjan verläuft zwischen lichten Wäldern. Wir passierten den Tunnel Sv. Vid und das heute noch gut erhaltene Bahnhofsgebäude, in dem einst die Familie des Bahnhofsvorstehers lebte.  

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Als wir in Grožnjan ankamen, hatte ich das Gefühl, aus der Zeit zu fallen.

 

Das Künstlerdorf mit nur einer Handvoll Einwohner*innen war eines meiner persönlichen Highlights entlang der Parenzana.

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Besonders faszinierend sind die traditionellen Steinhäuser, deren bunte Fensterläden einen unverwechselbaren Charme versprühen. Aus jeder Ritze sprießt üppige Vegetation, die den Eindruck verstärkt, dass Natur und Architektur hier in einem harmonischen Gleichgewicht stehen.

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Die Geschichte von Grožnjan ist ebenso spannend wie seine Gassen, denn im Mittelalter war es eine Handels- und Festungsstadt. Im Laufe der Jahrhunderte schrumpfte die Bevölkerung stark, und die Stadt drohte zu verfallen. In den 1960er-Jahren begann man, den fast verlassenen Ort gezielt in eine „Stadt der Künstler“ zu verwandeln. Heute ist Grožnjan ein lebendiges Zentrum für Musik, bildende Kunst und Kultur, das regelmäßig Festivals, Workshops und Ausstellungen veranstaltet.

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Die rund 33 Kilometer lange Radtour habe ich unter folgendem Link abgespeichert.

 

 

Grožnjan – Motovun

Auf dem Abschnitt zwischen Grožnjan und Motovun sahen wir die Parenzana von ihrer spektakulärsten Seite.

 

Doch gleich zu Beginn spielte mir die Strecke einen kleinen Streich, denn um wieder auf die Trasse zu gelangen, mussten wir zunächst ein Stück bergab radeln, nur um wenig später im Tunnel Kalcini mit 293 Metern den höchsten Punkt der gesamten Strecke zu erreichen. Kurios, wenn man bedenkt, dass Grožnjan selbst auf 289 Metern liegt. Ein Fun Fact am Rande: Nach der Stilllegung der Parenzana diente der Tunnel zur Pilzzucht.

Groznjan - Motovun

Die Route schlängelt sich durch Wälder und führt über mehrere Tunnel und Viadukte, wobei jedes für sich ein Highlight für uns war.

Die vier Viadukte spannen sie sich elegant über kleine Schluchten und sind teils mit Efeu überwuchert.

 

Dazwischen hatten wir immer wieder Aussichten auf das Mirna Tal und unser heutiges Etappenziel Motovun.

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Bei Završje wird die Geschichte der alten Bahnlinie wieder greifbar. Hier stand einst eine kleine Station mit einem schlichten Häuschen und Vordach für Reisende sowie einem kurzen Abstellgleis.

 

Neben landwirtschaftlichen Produkten aus den umliegenden Feldern wurde sogar Rinderhaut für die Schuhproduktion verladen.

Nach Auflassung der Bahnstrecke wurde am Platz der Bahnstation ein „Community Building“ erbaut, welches inzwischen nur noch eine Ruine ist.

 

Wer genauer hinsieht, entdeckt in den Mauern ehemalige Kilometersteine der Bahnstrecke.

Auch wenn die Etappe von den Kilometern sehr entspannt war und größtenteils leicht bergab ging, war sie aufgrund des teils groben Schotters fordernd. Immer wieder wurden wir ordentlich durchgeschüttelt. Mit der damaligen Durchschnittsgeschwindigkeit von etwa 20 bis 25 km/h waren die Züge der Parenzana schneller unterwegs als wir mit unseren E-Bikes.

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Gerade diese Kombination aus Natur, Geschichte und Abenteuer machte diesen Streckenabschnitt für mich besonders reizvoll. Im Tal angekommen fuhren wir durch Livade und strampelten kräftig in die Pedale, bis wir endlich das mittelalterliche Motovun erreichten.

 

Die erste schriftliche Erwähnung als „Montona“, was so viel wie „Stadt auf dem Hügel“ bedeutet, reicht bis ins Jahr 804 zurück und zeugt von einer langen und bewegten Geschichte. Dank der vollständig erhaltenen Stadtmauer, der Stadttore, der engen Gassen, der denkmalgeschützten Gebäude sowie der einladenden Restaurants mit herrlicher Aussicht zieht Motovun Besucher*innen aus Nah und Fern an.

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Wer die Stadtmauer entlangspaziert oder den Glockenturm erklimmt, genießt spektakuläre 360-Grad-Blicke über das Mirna-Tal, die sanften Hügel Istriens und die im Frühling noch schneebedeckten Berge.

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Motovun-Porec

Motovun ist nicht nur ein historisches Kleinod, sondern auch ein kulinarisches Eldorado, denn

Trüffel, Wein und Olivenöl wachsen in der Umgebung und prägen das gastronomische Angebot.

 

Die rund 25 Kilometer lange Radtour habe ich unter folgendem Link abgespeichert.

 

 

Motovun – Poreč

Mit dieser Etappe erreichten wir den Endspurt der historischen Bahnlinie, die 33 Jahre in Betrieb war und 33 Orte miteinander verband. Schon beim Start erinnerten uns der Tunnel von Motovun und zwei markante Viadukte an unsere gestrigen Erlebnisse. Anfang April wirkte die Landschaft zwar noch etwas karg, das zarte Grün hatten sich erst zaghaft ausgebreitet, aber dafür versteckten sich die Viadukte noch nicht hinter der üppig grünen Vegetation.

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Wir erhaschten noch mehrfach Blicke auf Motovun, bevor sich die Landschaft kurz nach Vižinada allmählich veränderte. Die Wälder wichen einer Kulturlandschaft mit Wein- und Olivenhainen, während rote Erde unter unseren Reifen in der Sonne schimmerte.

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Kurz vor Poreč kann man die Baredine Tropfsteinhöhlen besichtigen. Auf einer geführten Tour geht es etwa 300 Meter tief hinein in eine faszinierende Welt aus Stalagmiten und Stalaktiten. Das Karstgelände, in dem die Höhle entstanden ist, besteht aus Meeressedimenten aus der Kreidezeit.

 

Der Weg von Nova Vas nach Poreč führte auf Radwegen durch einen für größere Städte typischen Stadtrand mit Wohn- und Industrieflächen sowie stark befahrenen Straßen.

Umso bewegender war der Moment, als sich das Meer wieder vor unseren Augen auftat und wir gesund und ohne Panne an der Uferpromenade von Poreč ankamen.

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Die Altstadt, gelegen auf einer Halbinsel, wirkte für mich wie ein lebendiges Freilichtmuseum.

 

Zwischen den Überresten der alten Stadtmauer mit ihren drei erhaltenen Türmen, den historischen Palästen, die den venezianischen Einfluss widerspiegeln, lädt ein Gassengewirr zum Flanieren ein.

 

Idyllische Plätze, wie der Marafor-Platz, Cafés und kleine Läden säumen den Weg, und die Euphrasius-Basilika (UNESCO-Weltkulturerbe) bildet das kulturelle Herzstück der Stadt.

Dieser eindrucksvolle Kathedralkomplex wurde im 6. Jahrhundert unter dem damaligen Bischof Euphrasius errichtet und zählt bis heute den am besten erhaltenen frühchristlichen Baudenkmälern der Welt. Die Basilika steht auf den Fundamenten früherer Kirchenbauten aus dem 4. und 5. Jahrhundert und bildet zusammen mit einem Atrium, einem Baptisterium, einem Glockenturm mit traumhafter Aussicht sowie dem Bischofspalast ein außergewöhnlich gut erhaltenes Ensemble frühchristlicher Architektur.

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Wer die Altstadt einmal aus einem anderen Blickwinkel erleben möchte, sollte einen Abstecher auf die vorgelagerte Insel Sv. Nikola machen.

 

Die rund 40 Kilometer lange Radtour habe ich unter folgendem Link abgespeichert.

 

 

Mein Fazit

Für den kroatischen Abschnitt der Parenzana werden Mountainbikes empfohlen.

Wir selbst waren nicht mit Mountainbikes, sondern mit unseren E-Bikes unterwegs, die eine gute Federung haben, da wir keinen Rucksack tragen und keinen Gepäcktransfer in Anspruch nehmen wollten. Da wir langsam gefahren sind und nie mehr als 40 Kilometer pro Tag zurückgelegt haben, war diese Ausstattung für unsere Bedürfnisse ein guter Kompromiss.

 

Das gemächliche Dahinradeln, bei dem wir zwar einige Höhenmeter zurücklegten, aber keine steilen Anstiege (Ausnahme: Motovun) überwinden mussten, die abwechslungsreiche Landschaft und die malerischen Orte sorgten dafür, dass Alltag und Sorgen schnell in den Hintergrund traten.

 

Das Reizvolle an der Parenzana ist, dass man sie ganz nach Lust, Zeit und persönlicher Kondition radeln kann. Auf diese Weise finden besonders ambitionierte Menschen, aber auch Genussradler*innen den passenden Rhythmus.  

Fazit
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Regional genießen

Regional genießen

Die Parenzana verbindet nicht nur wunderschöne Landschaften und historische Orte wie Izola, Grožnjan, Motovun oder Poreč, sondern führt auch mitten hinein in die kulinarische Vielfalt Istriens. Man radelt vorbei an Weinbergen, Olivenhainen und fährt durch Wälder in denen Trüffel wachsen. In Istrien werden zudem auch autochthone Olivensorten und Weine angebaut.

Die Trüffel finden in Risotto, Pasta- und Fleischgerichten Verwendung oder verfeinern das Rührei zum Frühstück.

 

In den Wäldern entlang der Parenzana kann man die jahrhundertealte Tradition der Trüffeljagd selbst mit erfahrenen Trüffeljäger*innen und ihren ausgebildeten Spürhunden erleben. Am Ende darf eine Verkostung nicht fehlen. Die beste Zeit für die Trüffelsuche ist der Herbst.

 

An der Küste dominieren Gerichte mit Fisch und Meeresfrüchten die Speisekarten.

Bio-Bauernhöfe, die Ab-Hof Produkte verkaufen, werden auf dem Portal „Istra Ecoxperience“ gelistet. Neben den klassischen Bauernmärkten gibt es auch den istrischen Internetmarktplatz, der direkt mit lokalen Produzent*innen vernetzt ist.

 

 

Anreise

Triest ist das Tor zur Parenzana und ab Wien per Direktzug erreichbar. Wer die eigenen Fahrräder mitnehmen möchte, sollte frühzeitig buchen, da die Anzahl der Fahrradabstellplätze in den Railjets begrenzt ist. Alternativ ist eine Verbindung mit einem Umstieg in Villach möglich.

 

Da es aufgrund der Industriegebiete wenig einladend ist, direkt in Triest zu starten, gibt es die Möglichkeit, mit einer Fähre in das Fischerdorf Muggia überzusetzen. Die Fährverbindungen findet man auf der Website von „Discover Trieste“.

 

In Poreč angekommen, findet man auf der Parenzana Website Angebote für Taxitransfers, die den Rücktransport nach Triest organisieren. Auch Fahrradverleihstationen sind auf der Website übersichtlich aufgelistet.

 

Tourismusverbände

www.parenzana.net

www.istra.hr

Anreise
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